LiFeYPo-Batterie Teil 2: der Einbau!

So, nu isse drin! B2B-Laderegler angeschlossen, und was soll ich sagen: alles funktioniert! Wie das immer so ist: die Vorbereitung hat erheblich länger gedauert als der eigentliche Einbau, dafür funktioniert alles genau so, wie es soll. Aber der Reihe nach:Erst mal einen Plan machen: Da die neue Batterie erheblich mehr Energie als die alte Blei-Batterie hat, müssen die Kabel anständig dimensioniert sein (Ladekabel sind 10qmm) und vor allem: alles Batterieseitig abgesichert (ein weitverbreiteter Irrtum: Leitungssicherungen sollen nicht die Verbraucher absichern, sondern die Leitungen. Also müssen sie am Anfang der Leitung (also an der Batterie, da, wo der Strom herkommt) sitzen). Erstes Problem: Der Votronic B2B (Batterie zu Batterie) Ladebooster (45A Ladestrom mit LiPo-Lade-Kennlinie) braucht bei modernen Motoren unbedingt ein sog. D+ Signal (da liegen dann 12V an, wenn die Lichtmaschine läuft). Bei älteren Fahrzeugen kann man auch an der Batterie-Spannung erkennen, wenn der Motor läuft (dann ist die Spannung höher); bei den neuen (insbesondere ab Euro 5+/6) schaltet die Lichtmaschine auch während der Fahrt ab, wenn die Starterbatterie voll ist bzw. regelt ihre Leistung/Ladespannung runter. Das spart Sprit, aber ist natürlich zum Laden der Aufbau-Batterie Mist. Nach vielem Suchen und einigen guten Tipps im Womobox-Forum habe ich festgestellt, dass ich (Glück gehabt!) das sog. „Elektrokasten“-Zubehör bei der Bestellung des Fahrgestells geordert habe; damit ist unter dem Fahrersitz ein Kästchen mit 3 Anschlüssen: D+, Klemme 15 (die zeigt an, ob die Zündung an ist; z.B. für Autoradio oder Zigarettenanzünder) und Klemme 30 (das ist ein 12V-Abgriff, der mit 25A abgesichert ist; kann ich aber nicht brauchen, weil der Ladebooster bis zu 80A aus dem Generator zieht…). Leider ist die Beschreibung in den ABR (Aufbau-Richtlinien des Herstellers) ziemlich mies; die Klemmen sind nur aufgezählt, aber nicht beschrieben, welche Klemme welches Signal führt (ok; das dicke rote Kabel war vermutlich der 25A-Plus-Abgriff). Aber mit etwas Internet-Suche (was hat man bloss früher gemacht?) hab ich das auch rausgefunden: D+ ist das blau-gelbe Kabel…Dann gings los: erst mal die Sitzkisten wieder zerlegt und den Doppelboden raus, damit man ordentlich an die Teile und Kabel ran kommt. Vorne im Führerhaus ebenfalls den Lärm-Dämm-Boden raus; die Abdeckplatte der Batterie weg (die Batterie ist bei modernen Autos nicht mehr im Motor-Raum, sondern im Fahrerhaus: Sie muss ja z.B. bei einem Auffahr-Unfall intakt bleiben, damit Warnblinker, Standlicht etc. noch funktionieren…außerdem kühlt sie dann im Winter nicht so aus. Allerdings kommt man ohne Werkzeug nicht mehr ran). Nachdem die alte Bord-Batterie raus war, konnte ich an gleicher Stelle die LiFeYPo-Batterie reinstellen (Platz war genug da; hätten auch 400Ah reingepasst…aber wir wollen ja nicht übertreiben). Dann gings ans Verkabeln: ins Fahrerhaus müssen die beiden Stromleitungen für den Laderegler (10qmm Kabelquerschnitt; der Laderegler selbst soll in der Nähe der Bordbatterie sein, weil er ja die Spannung ggf. erhöht bzw. selbst regelt), dazu noch die Signalleitung D+ (siehe oben, damit der Regler weiss, wann er sich einschalten darf. Sonst zieht er bei stehendem Motor den Saft aus der Anlasser-Batterie; die wäre in weniger als einer Stunde leer) und eine sog. „Sense-Leitung“, die die Eingangsspannung für den Regler an der Starterbatterie misst. Die Signal- und die Sense-Leitung sind relativ dünn (da geht keine Leistung drüber), aber auch die müssen natürlich abgesichert sein. Weiterhin kommt noch ein Datenkabel dazu für die Fernbedienung (damit wird im Führerhaus angezeigt, ob das Gerät lädt und man kann den Booster ein-/ausschalten (z.B. um Sprit zu sparen…;-). Alle Kabel sind in einem sog. „Well-Rohr“ (das sind flexible Leerrohre aus der Elektroinstallation) zwischen Aufbau und Fahrerhaus geführt; hinter dem Fahrersitz ist eine Entlüftung, durch die das Rohr hindurch und in den Sockel unter dem Fahrersitz führt. Dort wurde dann D+ und am Massepunkt das dicke Minuskabel angeschlossen; Plus und die Sense-Leitung durch einen Kabelkanal vom Sitz-Sockel zur Anlasser-Batterie. Für die Hochstrom-Sicherungen (2 Stück: an der Starter-Batterie mit 80A, an der Bord-Batterie mit 60A abgesichert) habe ich Sicherungshalter aus dem Kfz-HiFi-Bereich genommen, die sind überall erhältlich und relativ günstig (die Kinder brauchen sowas, um sich etwas Tschacka-Bum-Bum ins Auto zu basteln…). Angeschlossen wird natürlich erst zum Schluß! Der Laderegler kommt in den Doppelboden direkt vor die Batterie mit schön viel Platz drum herum (der kann ganz schön warm werden, wenn die Batterie leer ist…die eingebauten Lüfter brauchen Platz zum Blasen). Vom Laderegler gehen wieder zwei dicke (10qmm) Kabel zur Batterie; Minus direkt an den Minuspol; Plus natürlich ebenfalls wieder abgesichert an das Über-/Unterspannungsrelais (Batterieschutzschaltung). Dann noch eine Sense-Leitung für die Bord-Batterie (auch wieder abgesichert, direkt auf den Batterieschutz) und ein Temperatur-Sensor (der wird an den Minuspol mit aufgeschraubt und verhindert, dass die Batterie zu heiß wird. Leider wurde da nur ein M8-Kabelschuh dran gebastelt (mit dem Temperaturfühler drin vergossen), da mein Minuspol aber M12 ist, musste ich das Teil erheblich aufbohren/feilen… Nun noch einen Masse-Verteiler angeschlossen (damit ich nicht jede Masse-Leitung an den M12-Pol anklemmen muss) und einen Sicherungshalter auf den Pluspol (nach der Schutzschaltung!) aufgeschraubt. Von dort gehen die Verbraucher und der Solar-Laderegler (20A Absicherung) und der Motoradkran der Heckgarage (25A) weg; es wäre noch Platz für 2 weitere Abgänge. Der B2B-Lader und das Netz-Ladegerät (40A) sind direkt am Pluspol aufgelegt und haben eigenen (Hochstrom)Sicherungen. Und das wars dann schon! Jetzt kommt der spannende Moment: Sicherungen rein und Motor starten. Und siehe da: nach kurzer Einschaltverzögerung startet der B2B-Lader und lädt (allerdings nur ca. 10min, dann ist die Batterie auch schon voll (war ja schon vorgeladen). Strom ist auch in der Kabine; alles gut! Jetzt wird noch ein kleiner Wechselrichter (300W, zum Laden von Zahnbürste etc.) eingebaut und dann der Aufbau wieder wohnlich gemacht. Ein erster Praxis-Test erfolgt an Ostern.